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Postkarten

Der Freundeskreis hat verschiedene Postkarten mit Motiven aus Königsbach und Stein herausgegeben.

In Kürze werden wir diese hier vorstellen.

Feldpost eines Badischen Leib-Grenadiers

31 Monate Front | 919 Tage Schützengraben | Über 360 Feldpostbriefe

buchcover webAnrührend, wahr, dramatisch: Ein junger Mann, draußen auf dem mörderischen Schlachtfeld, hält Verbindung zu seiner Familie. Am Ende holt ihn der Tod. Das Schicksal des Königsbacher Grenadiers Föller in unzähligen authentischen Bildern und emotionalen Eindrücken dokumentiert und in den historischen Zu­sammenhang gebracht. Ein bemerkenswert tiefer und persönlicher Einblick in die Verhältnisse und Geschehnisse des Ersten Weltkriegs – wie Menschen ums Überleben kämpften, daheim und an der Front.

Der Königsbacher Hermann Föller (*07.07.1894 †22.07.1917) zog als 20-jähriger Soldat nach kurzer Rekrutenzeit in Karlsruhe mit dem 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109 in den Ersten Weltkrieg. Die enge Verbundenheit zu seiner Familie bewog ihn dazu, unzählige Briefe und Feldpost­karten – nahezu 365 Stück – aus dem Feldlager nach Hause zu senden. Er erzählte darin in der ihm eigenen humorvollen und oft selbstironischen Weise über das Leben beim Militär, beschrieb Anekdoten über Vorgesetzte und Kameraden und Erlebnisse aus dem Schützengraben. So lieferte er tiefe Einblicke über nahezu drei Jahre Frontalltag. Durch umfangreiche Recherche in der Regiments­geschichte der badischen 109er, konnte die Autorin in ihrem Buch aufzeigen, was das 1. Bataillon der 3. Kompanie – und somit auch Hermann Föller – im Krieg erlebte, während er die Briefe verfasste. Sofern es möglich war, wurden seine Briefe durch historische Doku­mente, Bilder und Karten ergänzt. Zahlreiche Postkarten und Fotografien sowie Erklärungen von Zusammenhängen und Hintergrundwissen vermitteln dem Leser ein lebendiges Bild der Westfront.

Gebundene Ausgabe: 388 Seiten | Format: 148 x 210 mm
Verlag: vianova Werbung und Verlag (Nov. 2012)
ISBN-10: 3-9807467-2-4 | ISBN-13: 978-3-9807467-2-4
Preis: 34,80 Euro zzgl. Versand   
mehr Infos und zu bestellen unter http://feldpostbuch.de/

020036118258018

 

linkradioHier ein Interview des SWR4 BadenRadio über das Feldpostbuch:

http://www.swr.de/swr4/bw/region-aktuell/karlsruhe/heimatkunde-feldpost-eines-badischen-leib-grenadiers/-/id=258318/nid=258318/did=10529676/1r46pqb/index.html

 

EIN STÜCK HEIMAT.

Kast Titel kleinEIN STÜCK HEIMAT. Lina Kast. Leben | Gedichte | Zeichnungen.

von Freundeskreis Königsbach-Steiner Geschichte e.V. (Herausgeber), Susanne Luise Asoronye (Autor)
Lina Kast wurde 1897 in Stein als Tochter des vermögenden Landwirts Heinrich Kast und seiner Frau Luise geb. Schabinger geboren. Der Besuch der Höheren Mädchenschule in Karlsruhe und ihr künstlerisches Talent, das die verwöhnte Bauerntochter frei ausleben darf, machen sie zur Außenseiterin der Dorfgemeinschaft. Ihre Verbundenheit zur Heimat drückte die Künstlerin in Zeichnungen, Linolschnitten und in zahlreichen Gedichten aus. Der Freundeskreis Königsbach-Steiner Geschichte hat für die gleichnamige Ausstellung diese Dokumentation über das Leben Lina Kasts erarbeitet. Darin wird – neben zahlreichen Gedichten und Bildern – das Dorfleben in Stein (Königsbach-Stein) während der Jahrhundertwende und den Weltkriegen bis in die 80er Jahre aufgezeigt.


Taschenbuch: 116 Seiten | Format: 210 x 210 mm
Verlag: vianova Werbung und Verlag (20. Februar 2015)
ISBN-10: 3980746739 | ISBN-13: 978-3980746731
Preis: 14,80 Euro zzgl. Versand   

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Hier der Link zum Beitrag des SWR4 | Badenradio über Lina Kast.

Entstehung dieses Buches | Ein persönlicher Eindruckdanke

Wir haben für unserer neustes Projekt geforscht, gesucht, zusammengetragen, analy­siert und niedergeschrieben. Das Projekt, das Leben der Steiner Künstlerin Lina Kast, findet seinen Höhepunkt am 1. März 2015 in einer außergewöhnlichen und interessanten Ausstellung.

Begonnen hat es mit einem Anruf von Hartmut Schabinger. Sein Vater Adolf ist der Cousin von Lina Kast, und er hatte auf dem Speicher bei Aufräumarbeiten Unterlagen aus dem Nachlass Lina Kasts entdeckt. Durch einen Zeitungsartikel über das Buch „Feldpost“ war er auf mich und somit auf den Freundeskreis aufmerksam geworden. Er bot uns den Nachlass an, den er eigentlich schon entsorgen wollte. Der „Nachlass“ bestand aus Pergamentpapieren mit Skizzen und Vor­lagen, einigen Zeichnungen und vielen Dokumenten wie z.B. Kaufver­trägen, Rechnungen, Briefen, Auszügen von Versicherungen und Grund­buch, privaten Notizen und vielem mehr. Bei Durchsicht der Unterlagen machten wir eine interessante Entdeckung: Ein Schreibheft und Einzel­blätter mit Gedichten von Lina Kast. Sie war im Dorf als Künstlerin durch Zeichnungen und Linolschnitte bekannt. Dass sie auch zu vielen gezeichneten Werken passende Gedichte verfasst hatte, wussten nur wenige.

Der Vorstand entschloss sich, eine Ausstellung zu organisieren. Wir riefen die Steiner auf, uns Kast-Bilder zur Verfügung zu stellen. Viele sind dem Ruf gefolgt. So kamen wir zu den Gemälden und Zeichnungen. Ein weiterer Aufruf an die Dorfgemeinschaft galt denjenigen, die Lina Kast noch persönlich kannten und etwas über sie erzählen konnten. Die Berichte und Interviews zeigten uns ein Bild von dem Leben der Künstlerin auf – obwohl es über sie recht widersprüchliche Aussagen gab.

Nun galt es, die so gewonnenen Informationen aufzuarbeiten. Der ursprüngliche Gedanke, nur ein kleines Gedichtbändchen zu machen war schnell wieder verworfen – zu interessant, zu vielseitig war das zusammengetragene Material. Im gleichen Stil wie beim Buch „Feldpost“ begann nun die Recherche in Archiven, in Bibliotheken, bei Ämtern und im Stadtarchiv. Teil für Teil fügte sich ineinander zu einem klaren Gesamtbild. Dabei durfte ich keine Aussage verwenden, die nicht durch eine zweite oder dritte be­stätigt wurde. Dass Lina Kast z.B. in Straßburg auf der Kunstakademie ausgebildet wurde, war eine einzelne Aussage, die niemand sonst zu bestätigen vermochte. Auch fanden wir keine schriftlichen Hinweise hierüber. Die Aussage war also nicht verwendbar. Dass allerdings Lina Kast eine künstlerische Ausbildung oder zumindest Anleitung hatte, ist in ihren Bildern und in den von ihr verwendeten Techniken ersichtlich. Vielleicht hatte sie zusätzlichen Privatunterricht durch einen Lehrer der Karlsruher Kunstakademie während oder nach ihrer Schulzeit? Verlässliche Kenntnisse darüber hatten wir nicht.

Natürlich wurde diskutiert, ob man die Schuldscheine aus den 20er Jahren erwähnen oder abbilden sollte. Eingebettet in die Geschichte Deutschlands, der Inflation und die damit verbundene Geldentwertung mit ihren Folgen, lassen die Schulden Heinrich Kasts in einem ganz anderen Licht erscheinen: Es war eine kluge Entscheidung von ihm, die Liquiditätskrise, die nicht nur ihn traf, durch Kredite zu überbrücken und seinen Grundbesitz als solchen in Gänze zu bewahren. Die nächste Entscheidung war, wie mit dem Thema „Machtergreifung Hitlers" und Lina Kasts nationalsozialistisch angehauchten Gedichten von 1932/33 umzugehen war. Auf der einen Seite entsprachen diese Gedichte dem Zeitgeist der 1930er Jahre und der allgemein aufkommenden Begeisterung für den Nationalsozialismus. In ihrer Hoffnung auf bessere Zeiten schrieb Lina Kast in „Lenzens­ankunft“ z.B. vom auferstehenden Deutschland. Auf der anderen Seite wollte ich Gedichten wie das „dem Führer Adolf Hitler" gewidmete nicht mehr Raum einräumen als notwendig. Für einen Abdruck dieses Gedichtes in seiner ganzen Länge konnte und wollte ich mich nicht entscheiden. Obwohl einige Werke Kasts im „Führer" abgedruckt wurden, hatte ich persönlich nicht den Eindruck, dass Lina Kast ein politischer Mensch war und es gab keine Hinweise auf eine Mitgliedschaft in der der Partei oder ähnlichen Organisationen.

Viele Informationen verschaffte mir die Grabrede des Pfarrers Güß für die Beerdigung Heinrich Kasts. Hier erfuhr ich die Familienverhältnisse, in denen er aufwuchs, die Regimentszugehörigkeit und die Ausbildung auf der Landwirtschaftsschule. Also hatte ich Anhaltspunkte zur weiteren Recherche. Bemerkenswert fand ich, dass sich das Thema Arbeit und Fleiß durch die gesamte Grabrede zog. Der Text „Schaffet, dass ihr selig werdet“ (Phil 2,12/13) wurde zitiert. Er sprach von Verantwortung für das anvertraute Gut und ein großer Abschnitt war dem Fleiß und der Arbeitlast von Luise Kast gewidmet, die wohl nicht an der Beerdigung teilnehmen konnte. Ich konnte mich des Gedankens nicht erwehren, dass er diese Worte auch als Mahnung an Lina Kast richtete, von der es im Dorf oft hieß: „Die schafft doch nix.“

Wie schon eingangs erwähnt, hatte ich unterschiedlichste Meinungen über Lina Kast gesammelt. Anscheinend war sie mehr Künstlerin als gute Hausfrau. Nachbarn und Verwandte putzten für sie oder wuschen ihre Kleider – oft ohne oder für geringe Bezahlung. Und doch verstand sie es offenbar, die Zimmer zu dekorieren und einzurichten, denn es gab auch die Aussage „als Kind sah es für mich bei ihr aus wie in einem Schloß“.  Lina Kast liebte ihren Garten und bewirtschaftete ihn – das war auch eine Form von Arbeit. Sie liebte die Natur und ihre Heimat Stein, machte Musik (Klavier) und lebte ihre künstlerischen Talente aus. Sie war großherzig, denn sie verschenkte einige ihrer Kunstwerke. Auch war sie durchaus hilfsbereit und verfasste oder formulierte Briefe für andere, die hierbei Hilfe benötigten.

Insgesamt gewann ich den Eindruck, dass die junge Lina Kast durch Bildung und Kunstsinn der damaligen oberen Bürgerschicht nahestand und auch angehören wollte, allerdings aufgrund ihrer Herkunft als Bauerntochter nie angehörte. Sie fühlte sich „zu Höherem bestimmt", kam aber nicht über das Dorf hinaus. Genauso widersprüchlich und konträr war auch ihr Verhalten. In einem waren sich alle, die Lina Kast noch persönlich kannten, einig: „Irgendwie lebte sie in ihrer eigenen Welt.“

Im Namen des Vorstandes
Susanne Asoronye
Vorsitzende des Freundeskreis Königsbach-Steiner Geschichte e.V.

Für das Buch erhielten wir große Unterstützung von den oben abgebildeten Institiutionen und Firmen, vorwiegend aus Königsbach. Diesen danken wir ganz besonders herzlich. Ohne diese Unterstützung wäre es schwer gewesen, dieses Buch drucken zu lassen. Auch Sie leisten damit auch einen bedeutenden Beitrag in der Heimatforschung. 

Publikationen

Neuerscheinung 2015:

Kast Titel kleinEIN STÜCK HEIMAT. Lina Kast. Leben | Gedichte | Zeichnungen.

von Freundeskreis Königsbach-Steiner Geschichte e.V. (Herausgeber), Susanne Luise Asoronye (Autor)
Lina Kast wurde 1897 in Stein als Tochter des vermögenden Landwirts Heinrich Kast und seiner Frau Luise geb. Schabinger geboren. Der Besuch der Höheren Mädchenschule in Karlsruhe und ihr künstlerisches Talent, das die verwöhnte Bauerntochter frei ausleben darf, machen sie zur Außenseiterin der Dorfgemeinschaft. Ihre Verbundenheit zur Heimat drückte die Künstlerin in Zeichnungen, Linolschnitten und in zahlreichen Gedichten aus. Der Freundeskreis Königsbach-Steiner Geschichte hat für die gleichnamige Ausstellung diese Dokumentation über das Leben Lina Kasts erarbeitet. Darin wird – neben zahlreichen Gedichten und Bildern – das Dorfleben in Stein (Königsbach-Stein) während der Jahrhundertwende und den Weltkriegen bis in die 80er Jahre aufgezeigt.


Taschenbuch: 116 Seiten | Format: 210 x 210 mm
Verlag: vianova Werbung und Verlag (20. Februar 2015)
ISBN-10: 3980746739 | ISBN-13: 978-3980746731
Preis: 14,80 Euro zzgl. Versand     hier bestellen

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Entstehung dieses Buches | Ein persönlicher Eindruckdanke

Wir haben für unserer neustes Projekt geforscht, gesucht, zusammengetragen, analy­siert und niedergeschrieben. Das Projekt, das Leben der Steiner Künstlerin Lina Kast, findet seinen Höhepunkt am 1. März 2015 in einer außergewöhnlichen und interessanten Ausstellung.

Begonnen hat es mit einem Anruf von Hartmut Schabinger. Sein Vater Adolf ist der Cousin von Lina Kast, und er hatte auf dem Speicher bei Aufräumarbeiten Unterlagen aus dem Nachlass Lina Kasts entdeckt. Durch einen Zeitungsartikel über das Buch „Feldpost“ war er auf mich und somit auf den Freundeskreis aufmerksam geworden. Er bot uns den Nachlass an, den er eigentlich schon entsorgen wollte. Der „Nachlass“ bestand aus Pergamentpapieren mit Skizzen und Vor­lagen, einigen Zeichnungen und vielen Dokumenten wie z.B. Kaufver­trägen, Rechnungen, Briefen, Auszügen von Versicherungen und Grund­buch, privaten Notizen und vielem mehr. Bei Durchsicht der Unterlagen machten wir eine interessante Entdeckung: Ein Schreibheft und Einzel­blätter mit Gedichten von Lina Kast. Sie war im Dorf als Künstlerin durch Zeichnungen und Linolschnitte bekannt. Dass sie auch zu vielen gezeichneten Werken passende Gedichte verfasst hatte, wussten nur wenige.

Der Vorstand entschloss sich, eine Ausstellung zu organisieren. Wir riefen die Steiner auf, uns Kast-Bilder zur Verfügung zu stellen. Viele sind dem Ruf gefolgt. So kamen wir zu den Gemälden und Zeichnungen. Ein weiterer Aufruf an die Dorfgemeinschaft galt denjenigen, die Lina Kast noch persönlich kannten und etwas über sie erzählen konnten. Die Berichte und Interviews zeigten uns ein Bild von dem Leben der Künstlerin auf – obwohl es über sie recht widersprüchliche Aussagen gab.

Nun galt es, die so gewonnenen Informationen aufzuarbeiten. Der ursprüngliche Gedanke, nur ein kleines Gedichtbändchen zu machen war schnell wieder verworfen – zu interessant, zu vielseitig war das zusammengetragene Material. Im gleichen Stil wie beim Buch „Feldpost“ begann nun die Recherche in Archiven, in Bibliotheken, bei Ämtern und im Stadtarchiv. Teil für Teil fügte sich ineinander zu einem klaren Gesamtbild. Dabei durfte ich keine Aussage verwenden, die nicht durch eine zweite oder dritte be­stätigt wurde. Dass Lina Kast z.B. in Straßburg auf der Kunstakademie ausgebildet wurde, war eine einzelne Aussage, die niemand sonst zu bestätigen vermochte. Auch fanden wir keine schriftlichen Hinweise hierüber. Die Aussage war also nicht verwendbar. Dass allerdings Lina Kast eine künstlerische Ausbildung oder zumindest Anleitung hatte, ist in ihren Bildern und in den von ihr verwendeten Techniken ersichtlich. Vielleicht hatte sie zusätzlichen Privatunterricht durch einen Lehrer der Karlsruher Kunstakademie während oder nach ihrer Schulzeit? Verlässliche Kenntnisse darüber hatten wir nicht.

Natürlich wurde diskutiert, ob man die Schuldscheine aus den 20er Jahren erwähnen oder abbilden sollte. Eingebettet in die Geschichte Deutschlands, der Inflation und die damit verbundene Geldentwertung mit ihren Folgen, lassen die Schulden Heinrich Kasts in einem ganz anderen Licht erscheinen: Es war eine kluge Entscheidung von ihm, die Liquiditätskrise, die nicht nur ihn traf, durch Kredite zu überbrücken und seinen Grundbesitz als solchen in Gänze zu bewahren. Die nächste Entscheidung war, wie mit dem Thema „Machtergreifung Hitlers" und Lina Kasts nationalsozialistisch angehauchten Gedichten von 1932/33 umzugehen war. Auf der einen Seite entsprachen diese Gedichte dem Zeitgeist der 1930er Jahre und der allgemein aufkommenden Begeisterung für den Nationalsozialismus. In ihrer Hoffnung auf bessere Zeiten schrieb Lina Kast in „Lenzens­ankunft“ z.B. vom auferstehenden Deutschland. Auf der anderen Seite wollte ich Gedichten wie das „dem Führer Adolf Hitler" gewidmete nicht mehr Raum einräumen als notwendig. Für einen Abdruck dieses Gedichtes in seiner ganzen Länge konnte und wollte ich mich nicht entscheiden. Obwohl einige Werke Kasts im „Führer" abgedruckt wurden, hatte ich persönlich nicht den Eindruck, dass Lina Kast ein politischer Mensch war und es gab keine Hinweise auf eine Mitgliedschaft in der der Partei oder ähnlichen Organisationen.

Viele Informationen verschaffte mir die Grabrede des Pfarrers Güß für die Beerdigung Heinrich Kasts. Hier erfuhr ich die Familienverhältnisse, in denen er aufwuchs, die Regimentszugehörigkeit und die Ausbildung auf der Landwirtschaftsschule. Also hatte ich Anhaltspunkte zur weiteren Recherche. Bemerkenswert fand ich, dass sich das Thema Arbeit und Fleiß durch die gesamte Grabrede zog. Der Text „Schaffet, dass ihr selig werdet“ (Phil 2,12/13) wurde zitiert. Er sprach von Verantwortung für das anvertraute Gut und ein großer Abschnitt war dem Fleiß und der Arbeitlast von Luise Kast gewidmet, die wohl nicht an der Beerdigung teilnehmen konnte. Ich konnte mich des Gedankens nicht erwehren, dass er diese Worte auch als Mahnung an Lina Kast richtete, von der es im Dorf oft hieß: „Die schafft doch nix.“

Wie schon eingangs erwähnt, hatte ich unterschiedlichste Meinungen über Lina Kast gesammelt. Anscheinend war sie mehr Künstlerin als gute Hausfrau. Nachbarn und Verwandte putzten für sie oder wuschen ihre Kleider – oft ohne oder für geringe Bezahlung. Und doch verstand sie es offenbar, die Zimmer zu dekorieren und einzurichten, denn es gab auch die Aussage „als Kind sah es für mich bei ihr aus wie in einem Schloß“.  Lina Kast liebte ihren Garten und bewirtschaftete ihn – das war auch eine Form von Arbeit. Sie liebte die Natur und ihre Heimat Stein, machte Musik (Klavier) und lebte ihre künstlerischen Talente aus. Sie war großherzig, denn sie verschenkte einige ihrer Kunstwerke. Auch war sie durchaus hilfsbereit und verfasste oder formulierte Briefe für andere, die hierbei Hilfe benötigten.

Insgesamt gewann ich den Eindruck, dass die junge Lina Kast durch Bildung und Kunstsinn der damaligen oberen Bürgerschicht nahestand und auch angehören wollte, allerdings aufgrund ihrer Herkunft als Bauerntochter nie angehörte. Sie fühlte sich „zu Höherem bestimmt", kam aber nicht über das Dorf hinaus. Genauso widersprüchlich und konträr war auch ihr Verhalten. In einem waren sich alle, die Lina Kast noch persönlich kannten, einig: „Irgendwie lebte sie in ihrer eigenen Welt.“

Im Namen des Vorstandes
Susanne Asoronye
Vorsitzende des Freundeskreis Königsbach-Steiner Geschichte e.V.

 

Für das Buch erhielten wir große Unterstützung von Institiutionen und Firmen, vorwiegend aus Königsbach. Diesen danken wir ganz besonders herzlich. Ohne diese Unterstützung wäre es schwer gewesen, dieses Buch drucken zu lassen. Sie alle leisten damit auch einen großen Beitrag in der Heimatforschung.

 

Neu in 2017: Königsbach-Stein traut sich.

00 HochzeitsbuchKönigsbach-Stein traut sich. Hochzeiten in unserem Dorf.

von Freundeskreis Königsbach-Steiner Geschichte e.V. (Herausgeber), Susanne Luise Asoronye (Autor)

Während unserer erfolgreichen, gleichnamigen Ausstellung im September 2017 wurde der Ruf laut, die so wunderbar ausgestellten Fotos und erarbeiteteten Recherchen doch nicht wieder nur im Archiv zu „verstecken”. ”Da muss ein Buch daraus gemacht werden” waren sich viele Besucher einig. Auch wir selbst hatten uns dies schon überlegt und Dank vielen Helfern und Spendern konnten wir es realisieren. Hier ist es.

Im Buch finden sich die in unserer Ausstellung gezeigten Hochzeitsfotos wieder, das älteste vom Jahr 1900, und weitere Hochzeitsfotos. Viele Königsbacher und Steiner haben ihre privaten Fotoalben geöffnet und Sie halten mit dem reich bebilderten Buch einen wahren Schatz in Ihren Händen.

Zusätzlich sind im Buch viele Informationen rund um die Hochzeit, Herkunft einiger Hochzeitsbräuche oder des Schleiers, die Volkstracht unserer Gegend von 1860, frühere Aussteuer und was dazu gehörte, ein Ehevertrag von 1896, eine Rechnung von Möbel für einen neuen Haushalt von 1909 sowie internationale Hochzeitstrachten um 1820 und vieles mehr. Dieses Buch ist ein tolles Geschenk – nicht nur für Ältere.


Taschenbuch: 178 Seiten | Format: 210 x 210 mm
Verlag: vianova Werbung und Verlag (November 2017)

Preis: 14,80 Euro zzgl. Versand   

 

Hier ein kleiner Blick ins Buch:

 00 titelHochzeitsbuch 300dpi 1Hochzeitsbuch 300dpi 6Hochzeitsbuch 300dpi 12Hochzeitsbuch 300dpi 17Hochzeitsbuch 300dpi 29Hochzeitsbuch 300dpi 37Hochzeitsbuch 300dpi 39Hochzeitsbuch 300dpi 54Hochzeitsbuch 300dpi 74Hochzeitsbuch 300dpi 80Hochzeitsbuch 300dpi 93Hochzeitsbuch 300dpi 98Hochzeitsbuch 300dpi 113Hochzeitsbuch 300dpi 116Hochzeitsbuch 300dpi 139Hochzeitsbuch 300dpi 158Hochzeitsbuch 300dpi 160Hochzeitsbuch 300dpi 163Hochzeitsbuch 300dpi 165Hochzeitsbuch 300dpi 170

 

 

Um leichter die Zuordnungen zu finden, haben wir ein Namens-Indes angelgt:

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Für das Buch und die Ausstellung erhielten wir große Unterstützung von den unten aufgelisteten Privatpersonen und Firmen, vorwiegend aus Königsbach-Stein. Diesen danken wir ganz besonders herzlich. Ohne Unterstützung wäre es schwer gewesen, das Buch drucken zu lassen. Auch Sie leisteten damit einen bedeutenden Beitrag in der Heimatforschung. 

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